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Eine weitere, aufsehenerregende Klasse sind neben den Offshore-Rennern die von einem Außenbordmotor angetriebenen Formel 1 Boote.
Formel 1 Rennen finden in der Regel auf Seen, Flüssen oder in geschützten Buchten statt, da die Boote nicht gerade seetauglich sind. Die sog. Circuit Rennen sind im Gegensatz zu den Offshore Rennen ein sehr zuschauerfreundlicher Sport. Kann man doch den gesamten Rennverlauf gut beobachten. Die Rennen zur WM finden rund um den Globus in verschiedenen Ländern statt. Alle Rennen in Europa werden zusätzlich für den Titel des Europameisters gewertet.

Analog zur Formel 1 an Land haben die Formel 1 Boote ebenfalls ein Qualifikationstraining für die Startaufstellung. Dann wird für das Rennen aus einer Startaufstellung gestartet und um einen mit Bojen fest vorgegebenen Kurs gefahren.
Im Rahmen der Formel 1 Circuit Rennen werden auch stets größere Veranstaltungen präsentiert. So z.B. Messen, andere Bootsrennen, Volksfeste, etc. Die Rennen sind stets ein Anziehungspunkt für die ganze Familie.
Laith Pharaon dürfte vielen Offshore-Fans bekannt sein. 1998 und 1999 fuhr der Mann aus Saudi Arabien an der Seite von Edoardo Polli die “Highlander” und wurde Time-Trial Champion.
Die Geschichte der Formel 1 Boote wird von 3 Ländern beherrscht. Es sind die Amerikaner, die Engländer und allen voran die Italiener. Hier hat besonders der Italiener Renato Molinari einen nahezu legendären Ruf erlangt.
Der Name Formel 1 ist relativ neu für diese technisch hochentwickelte Rennklasse. Er wurde 1981 von der U.I.M anerkannt. Es gab 2, auf dem Papier unterschiedliche Klassen. Da waren die OZ mit einem Hubraum von 3,6 l bis 4,5 l und die ON mit einem Hubraum bis 2 l. Beide Klassen fuhren Katamarane mit Außenbordern. Die 2l Klasse fuhr um den Formula Grand Prix und die größeren OZ fuhren um den F1 Titel. Von 1981 bis 1989 wurden die Rennen paralell veranstaltet. Mittlerweile wird nur noch den Formel 1 Titel vergeben.
Der Weltmeister von 1997 und 2000: der Amerikaner Scott Gillman
Der Rumpf der Katamarane wird aus Karbonfieber hergestellt. Zur Zeit werden überwiegend Rümpfe der Hersteller DAC, Moolgard und Burgess eingesetzt. Die Boote haben ein Mindestgewicht von 390 kg, sind 5 m lang und ca. 2 m breit.
Durch Anhebung der Hubraumgrenze von der U.I.M im Jahre 2000 sind nun Motoren von 2l bis 3,1l zugelassen. Zum Einsatz kommen größtenteils die Mercury EFI 2,5l V6, 2-Takt Motoren mit ca. 450 PS bei einem nutzbaren Drehzahlbereich von 10500 - 18000 U/min. Vereinzelt sind noch die alten 2 l Mercury´s und die neueren 3,1 l Johnsons anzutreffen. Da das Reglement Veränderungen an den Maschinen erlaubt, tunen die Teams ihre Außenborder ganz speziell, sodas auch hier sichtbar wird, welches Team mehr PS (sprich DM) mobilisieren kann. Ein gutes Boot mit Motor schlägt mit ca. 120.000,- DM zu Buche. Kein Pappenstiel ohne Sponsoren.
Die Boote schaffen aufgrund ihres erstklassigen Leistungsgewichtes von ca. 1kg/PS die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in der wahnsinnigen Zeit von 3,5 Sek. Im Vergleich dazu benötigt ein Formel 1 Renner an Land knapp 3 Sek um die 100 zu erreichen. Die Katamarane erreichen Geschwindigkeiten von über 200 km/h auf den Geraden und 160 - 180 km/h in den engsten Kurven. Dabei sind die Fahrer Fliehkräften von mehr als 4g ausgesetzt. Da das Wasser bei diesen Geschwindigkeiten die Eigenschaft von Beton annimmt, müssen die F1 Boote mit Sicherheitscockpits ausgestattet sein. Im Cockpit ist eine Art Airbag eingebaut, der nicht nur den sitzenden Fahrer schützt sondern auch das Boot im Falle eines Unfalls über Wasser hält. Er bläst sich auf und das Heck des Bootes wird gleichzeitig mit Wasser gefüllt. Das Boot erhält dadurch eine stabile Lage mit dem Cockpit aus dem Wasser.
Die Teams treiben für die Formel 1 Rennen eine hohen Aufwand. Genau wie bei der Formel 1 an Land fahren pro Team immer 2 Boote die Rennen mit. Dazu gehören komplette Werstattwagen und eine Crew von Mechanikern.
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