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Circuitrennen

Im Bereich der Circuitrennen möchte ich gleichzeitig etwas über die national gefahrenen Bootsklassen in Deutschland berichten. Die große Ausnahme bildet das seit 1999 ausgetragene Class 1 Offshore an der Ostseeküste. Bei allen anderen Rennserien handelt es sich um reine Binnenrennen, den sog. Circuitrennen. Neben der internationalen Formel 1 und der Formel 500 werden in Deutschland lediglich Rennen in ein paar kleineren Klassen mit mehr oder weniger Teilnehmern ausgefahren.Die Spitze in der Formel ADAC ist hart umkämpft

Die gut besuchten Nachwuchserien von ADAC (
Formel ADAC) und DMYV (T-550) haben 2003 noch die Aufsteigerserie F1000 als Sprungbrett zum internationalen Rennsport hinzubekommen. Die One-Design-Klassen werden mehr und mehr akzeptiert und freuen sich einer immer größer werdenden Teilnehmerschar. Spannende Rennen sind hier immer zu erwarten.



Foto: www.motorboot-cup.de

Die Klassen O-250/O350 dürften national als auch international keine Rolle mehr spielen. Ebenfalls nur noch national gefahren - die HR-1000 Klasse. Die in Japan extrem beliebte OSY-400 Klasse wird zwar auch in Deutschland gefahren, allerdings ebenfalls mit sinkenden Teilnehmerzahlen.
Start zum GP in StralsundDie bekanntesten Klassen möchte ich hier kurz vorstellen. Hierbei soll
Grundsätzliches über das “Fahren” nicht zu kurz kommen. Zudem kann etwas Kunde über die unterschiedlichen Bootstypen und deren Einteilung in die verschiedenen Klassen, wie Sportboote und Rennboote nicht schaden. Ebenfalls dabei, ein kleiner Blick auf die Starts der Circuitrennen.



Start zum U.I.M. Formel 1 Grand Prix in Stralsund
Foto: www.f1boat.com

Grundsätzliches

An Motorbootrennen darf man  in Deutschland ab einem Alter von 16 Jahren teilnehmen (Jugendklasse ab 14). Im Prinzip ist es ganz einfach: Man erwirbt eine Fahrerlizenz bei dem Deutschen Motor Yacht Verband (
DMYV) und besorgt sich ein Boot  und los gehts. Na ja, ganz so einfach ist es doch nicht.

Motorbootrennen  werden international von der U.I.M geregelt (Union Internationale de  Motonautic). Der Deutsche Motor Yacht Verband vertritt die U.I.M. auf der  nationalen Ebene. Das heißt nichts weiter, als das offizielle Motorbootrennen den Segen des DMYV haben müssen. Diesen Segen bekommt man aber nur, wenn man ein umfangreiches Regelwerk befolgt.

Jetzt über das Reglement der einzelnen Klassen zu referieren würde den Rahmen sprengen, es sei nur soviel gesagt : die Farbe des Helms ist auch vorgeschrieben und jede Schraube des Bootes muß in irgendeiner Form abgenommen sein. Es kommt noch eine Vielzahl von  Vorschriften für die Rennen selbst dazu. Aber das erspar ich mir. Ich möchte  ja auch nur einen Einblick geben.

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Bootstypen

Man kann zwischen 3  gebräuchlichen Bootstypen für die Rennboote unterscheiden. Zum einen sind das die aus der Class 1 bekannten Katamare. Diese Bootsform kommt auch im “Inshore”-Bereich, den sog. Circuit-Rennen, zum Einsatz. Die Katamarane bestehen aus 2 Bootsrümpfen die in der Mitte mit einer Fahrerkanzel/-Zelle verbunden sind.
Katamarane eignen  sich besonders für rauhe Gewässer. In Fahrt hebt sich der gesamte Rumpf aus dem Wasser und gleitet letztendlich nur noch auf dem achteren Teilen der Rümpfe übers Wasser. Katamarane werden im Offshore Bereich und ab der Klasse O 500  eingesetzt.

Als weitere Bootsform gibt es noch den Dreipunkter.  Hier kniet der Fahrer im Boot und kann durch bloße Gewichtsverlagerung Einfluß  auf das Fahrverhalten nehmen. Der Dreipunkter hat einen flachen Bootsboden und  am Bug 2 “Tatzen” auf denen er gleitet. Ein “Sonderfall” des Dreipunkters sind die HR 1000 Boote. Hier ist  der Rumpf so umgebaut, das der Fahrer darin sitzt.


(Reinhard Gerbert  bei Startvorbereitungen
Foto: Holger Stoll)


Ä
hnlich aufgebaut ist der Proprider . Dieser hat jedoch längere ”Tatzen” und der Fahrer liegt im  Boot. Das bringt eine bessere Aerodynamik als bei den Dreipunktern und damit eine höhere Geschwindigkeit auf den Geraden.
Bei den hohen Geschwindigkeiten  gleitet der Proprider, ähnlich der Class 1, dann nur noch auf einem Luftpolster über das Wasser. Bei Wenden ”schlittert” der Proprider daher auch mehr als ein  Dreipunkter. Als Baumaterial kommt für die “kleinen” Rennboote  Bootsbausperrholz zum Einsatz.

Eine völlig andere Art von Bootsform stellt die sog. “Dreikantfeile” dar. Diese Einrumpfboote besitzen eine V-Form. Die meisten Serienboote sind mit dieser Rumpfform aufgebaut. Auch hier kommt bei entsprechender Fahrt fast der gesamte Rumpf aus dem Wasser. Wie im Katamarane wird eine “Dreikantfeile” im Sitzen gesteuert. V-Rumpfboote werden z.B. in den T-Klassen, den amerikanischen Vee-Classes und bei Pokerruns eingesetzt.

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Rennboote

Es wird unterschieden zwischen Inbord-Rennbooten der Klasse R (R wie Racing-Inboard) und Außenbord-Rennbooten der Klasse O (O für Outboarder).
 In den Klassen findet eine weitere Unterteilung nach Hubraum statt (d.h.
Klasse O 350 sind Rennboote mit Außenbordmotoren bis 350 ccm Hubraum). In den einzelnen Hubraumklassen müssen die Boote bei bestimmten Längen auch ein Mindestgewicht aufweisen. Ebenfalls in dieser Klasse ist die Jugendklasse/Einsteigerklasse OSY 400 (hier steht das Y für den Motor, einen Yamato) angesiedelt.


(Lars Katzorke in seinem HR 1000 Boot,
 
Foto: Holger Stoll)

In den Klassen der Inbord-Rennboote gibt es noch die Möglichkeit in den historischen Klassen zu starten (z.B. die HR 1000, Rennboote mit Inbordmotoren bis 1000 ccm Hubraum)

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Sportboote

Bei den Sportbootklassen ist der Bootskörper freigestellt. Es dürfen allerdings keine aerodynamischen Hilfsmittel eingesetzt werden. Auch hier wird  zwischen Inborder-Motoren und Außenbordmotoren wie in den Rennbootklassen unterschieden und nach Hubraum eingeteilt. Fosi Racing Team
Wie bei den Rennbooten sind auch bei den Sportbooten das Gewicht und die Länge vorgeschrieben. Als Beispiel muß ein Boot mit 4,80 m Länge mindestens 390 kg auf die Waage bringen. Für Sportboote mit Inbord-Motoren (Klasse E) sind Automotore vorgeschrieben, die eine Zulassung im Straßenrennsport in den Gruppen A oder N haben (Serien- bzw. seriennahe Fahrzeuge). Die Sportboote mit Außenbordmotoren der Klasse S (S für Sport-Outboards) sind mit  herkömmliche Serien-Außenbordern ausgerüstet (Klasse
S 850 für Sportboote mit Außenbordmotoren von 751 - 850 ccm Hubraum).

Weitere Bootsklassen, die zum Teil aber keine Rolle spielen sind Einrumpfboote mit Außenborder (Klasse T, Serienboote), Schlauchboote mit und ohne festen Kiel (Klassen P, PR, PF), Boote mit Dieselmaschinen (Klasse D, fast alles freigestellt), Boote mit Rückstossantrieb/Turboreaktoren, (Klasse TR,  “Raketenboote”) und auch noch Luftschraubenboote (Klasse A) und Elektroboote (Klasse EL)

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Immer spektakulär - Der Start zu einem Motorbootrennen

Die Starts sind die Highlights eines jeden Rennens. Hier entscheidet sich manchmal schon das gesamte Rennen. Gestartet wird in 2 versch. Versionen. Am gebräuchlichsten für den Offshore-Bereich ist der fliegende Start, auch Uhrenstart genannt. Alle Boote ziehen auf eine imaginäre Startlinie zu und wenn die Uhr auf Null tickt, rast sie über die Linie ins Rennen. Frühstarts und Kollisionen sind hierbei keine Seltenheit.
(Foto : www.Rennboot.de)


Wie bei den Offshore Rennen wird bei den sogenannten “Circuit”- Rennen im Binnenland zum Teil ebenfalls aus einer Reihe gestartet. Hier die Formel ADAC beim Start.

Im Circuit-Bereich wird der Jetty-Start, auch Ampelstart, am häufigsten genutzt. Dabei werden alle Boote an einem Steg aufgereiht. Das Heck auf dem Steg, dahinter ein Helfer, der den Motor anreißt. Springt die Ampel dann auf Grün, wird der Motor gestartet und das Boot ins Wasser gestoßen. Das sieht spektakulär aus, und sorgt zum Teil für saubere Helfer ;-).

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